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aus www.kvbb.de
Eklat: Krankenkassen verweigern "Krisengipfel"!
Potsdam. Der für Mittwoch Abend von der KV Brandenburg initiierte "Krisengipfel" zwischen Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung Brandenburg unter Teilnahme der brandenburgischen Gesundheitsministerin ist geplatzt. Die Kassen haben der KV Brandenburg ihre Absagen aus terminlichen Gründen mitgeteilt.
"Sich in einer solchen Notsituation selbst Gesprächen zu verweigern, ist ein Eklat", stellte der Vorsitzende der KV Brandenburg, Dr. med. Hans-Joachim Helming, fest. Die Ministerin habe alles unternommen, um diesen Termin wahrnehmen zu können, und nun das. "Ich bewerte dies als unverantwortlich. Viele brandenburgische Arztpraxen stehen vor dem wirtschaftlichen Aus. Das ist den Kassen sehr wohl bekannt. Aber es interessiert sie offensichtlich nicht", so der KV-Vorsitzende.
Aktueller Anlass für dieses anberaumte Gespräch ist die Honorarsituation der über 3.200 niedergelassenen Ärzte in Brandenburg. Vor dem Hintergrund einer seit über 10 Jahren anhaltenden chronischen Unterfinanzierung haben die jüngsten verringerten Honorarzahlungen der Kassen von 7 bis 8 Millionen Euro pro Quartal viele Praxen in wirtschaftliche Schieflage gebracht. Erste Praxisschließungen sind erfolgt, weitere avisiert, wenn sich an der Finanzierung nichts ändert.
Fast täglich finden landesweit Protestaktionen in Form von vorübergehenden Praxisschließungen statt, um auf die Misere aufmerksam zu machen. Die Akutversorgung ist jedoch in allen Region gewährleistet.
Dr. Helming: "Jetzt am Freitag, den 25. November, findet im Potsdamer Blauhaus um 15.30 Uhr eine große Informations- und Protestveranstaltung der brandenburgischen Vertragsärzte statt. Bislang haben sich über 700 Ärzte angemeldet. Und die Zahl steigt. Wir erwarten von der Politik und den Kassen Unterstützung - und zwar nicht allein mit warmen Worten, sondern durch ein finanzielles Notprogramm!"
Die Krankenkassen trügen für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten Verantwortung; nämlich finanzielle. Immer so zu tun, es sei genügend Geld im ambulanten System und damit alle ärztlichen Leistungen ausreichend finanziert, stände in krassem Widerspruch zur betriebswirtschaftlichen Realität in den Arztpraxen. "Wir erwarten, dass die Kassen dieser ihrer Verantwortung gerecht werden", betonte noch einmal der KV-Vorsitzende.
PM 24-2005 vom 22.11.2005
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