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PM KVBB 2.11.05

Chronische Unterfinanzierung gefährdet Patientenversorgung!

5 Millionen Euro weniger pro Quartal von den Krankenkassen für ambulante Medizin in Brandenburg

Die ersten Ärzte haben aus wirtschaftlichen Gründen ihre Praxen geschlossen, andere sogar ihre Zulassung zurück gegeben. "Mit der jüngsten Abrechnung der ambulanten ärztlichen Leistungen zeigt sich, dass viele Arztpraxen nicht mehr wirtschaftlich geführt werden können. Diese chronische Unterfinanzierung seit Jahren ist nicht mehr zu kompensieren", stellte der Vorsitzende der KV Brandenburg, Dr. med. Hans-Joachim Helming, fest.
"Die Krankenkassen zahlten pro Quartal in diesem Jahr rund 5 Millionen Euro weniger." Dies resultiere aus der Tatsache, dass über 42.000 Arbeitslosengeld-II-Empfänger aus der gesetzlichen Krankenversicherung als Mitglieder ausgeschieden sind und die Kassen für diesen Personenkreis keine Finanzmittel mehr an die KV zahlen (Verlust pro Quartal rund 3,1 Mio. Euro). "Die anderen knapp 2 Mio. Euro, die nicht gezahlt werden, resultieren aus dem Wechsel der Versicherten zu anderen Kassen sowie dem Abzug von bis zu einem Prozent (1,5 Mio. ?) für sogenannte Integrierte Versorgungs-Modelle", sagte Dr. Helming.
Die Folgen dieser Unterfinanzierung spürten täglich immer mehr Patienten. Längere Wartezeiten, die Entlassung von Praxispersonal, leer stehende Arztpraxen in ländlichen Gebieten (zur Zeit fehlen in Brandenburg 182 Haus- und 39 Fachärzte!) gefährdeten die bislang hohe Qualität der ambulanten medizinischen Versorgung. Dr. Helming: "Wenn die politisch Verantwortung Tragenden nicht umgehend die Finanzierung auf eine gesunde Basis stellen - im Osten fehlen rund 700 Millionen Euro für die Patientenversorgung - dann wird sich die Versorgung weiter verschlechtern!"
Die brandenburgischen Ärzte seien nicht länger bereit und zunehmend auch nicht mehr in der Lage, unter diesen finanziellen Bedingungen zu arbeiten. "Viele der Kolleginnen und Kollegen können und wollen nicht mehr. Gerade die Älteren (jeder dritte Hausarzt ist heute in Brandenburg schon 60 Jahre und älter!) sind nicht mehr willens, die hohen Belastungen - 30 Prozent mehr Patienten sind in Brandenburg im Vergleich zu den Altbundesländern zu versorgen - länger auf sich zu nehmen. Der KV-Vorsitzende appellierte noch einmal an die Politik und die Kassen, für die ambulante Medizin mehr Finanzmittel bereit zu stellen.

PM 20-2005 vom 02.11.2005

 

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