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Integrationsvertrag BDA mit AOK und IKK BB

Pressemitteilung der Ärzte-Union Brandenburg vom 1.7.05

Vertrauen kann man nicht erkaufen!

Potsdam. „Ich bin empört und enttäuscht über das Vorgehen des BDA Berlin-Brandenburg“, stellte der Vorsitzende der Ärzte-Union Brandenburg, der Hausarzt Dr. Werner Hessel, mit Blick auf den kürzlich abgeschlossenen Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung zwischen dem Berufsverband der Allgemeinmediziner Berlin-Brandenburg (BDA) und den brandenburgischen Krankenkassen AOK und IKK fest.

Ebenso wie beim Barmer Hausarztvertrag spiele hier offenbar der monetäre Aspekt die Hauptrolle. „Der medizinische Sinn dieser Verträge bleibt im Unklaren. Die Arzt-Patient-Beziehung wird über Geldströme geregelt. Als Hausarzt mit Leib und Seele seit über 30 Jahren sage ich: Vertrauen kann man nicht erkaufen!“, so Dr. Hessel.

Ob der Nachlass von 30 Euro Praxisgebühr pro Jahr, der die Barmer Versicherten so erfreue und der nun auch den AOK- und IKK-Versicherten zugute kommen solle, die Betreuungsqualität verbessern kann, sei bisher nicht erwiesen. Jedoch scheine es so, dass die Barmer mehr Versicherte und der Hausarztverband mehr Mitglieder bekommen, und dass die Hausärzte und Hausapotheken für „noch mehr Papierkram“ etwas mehr Honorar aus dem gemeinsamen Topf aller Vertragsärzte in Brandenburg erhalten.

Der Vorsitzende des BDA Berlin Brandenburg hatte im Berliner Ärzteblatt darüber geschrieben, ein Zug in Richtung Liberalisierung durch Wettbewerb mittels solcher Verträge habe sich hier in Bewegung gesetzt, und man tue gut daran, die Zeichen der Zeit nicht zu missachten.

Dr. Hessel: „Dem halte ich entgegen, dass solche Verträge aus Patienten Kunden und aus Ärzten Dienstleister machen. Wenn das der Zug der Zeit sein soll, muss man sich ihm entgegen stellen und darf nicht aus kurzsichtigen Erwägungen opportunistische Verträge abschließen!“

Überdies demontieren, so Hessel, solche Verträge die KV zusätzlich zu den sonstigen politischen Vorgaben. „Ob sich der BDA damit einen Gefallen tut, daran teil zu nehmen?“

Für die Redaktionen:

Bei Fragen oder weiteren Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Werner Hessel, Tel.: 03366/21517

 

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