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Datum: 26. Juli 2004
AOK-Chef auf dem Kriegspfad?!
Für Brandenburgs AOK Chef Niebuhr steht der Schuldige fest - es ist der Märkische KV-Vorsitzende, Kollege Helming. Seine ,„Blockadehaltung" ist neben der „Verweigerungshaltung des Vorstandes" Schuld daran, dass sich die brandenburgischen Vertragsärzte nur zögerlich der DMP-Diabetes-Einschreibung widmen und nur ungenügend die Patienten von der Sinnhaftigkeit besagter DMP-Teilnahme überzeugen.
Damit, so lässt Herr Niebuhr über die Medien verkünden, gingen der brandenburgischen AOK im kommenden Jahr 30 Millionen Euro verloren. In diesem Jahr seien es bereits rund 10 Millionen. Selbst Brandenburgs Sozial- und Gesundheitsminister ließ sich vor den AOKAgitations-Karren spannen und verbreitete diese Aussagen via Pressemitteilung.
Was ist dran an diesen Vorwürfen?
Nichts! Ganz im Gegenteil, die KV Brandenburg hat in vielen Veröffentlichungen in „KVintern", in Rundschreiben, im Internet usw. die Kolleginnen und Kollegen informiert. Doch was nun einmal nicht überzeugt - nämlich der Inhalt DMP Diabetes - überzeugt nicht. Und schließlich darf man auch nicht vergessen, dass es sich um eine freiwillige Teilnahme handelt, freiwillig für Ärzte und Versicherte.
Doch um Inhalte geht es Herrn Niebuhr auch gar nicht. Ihm geht's um Geld. Schließlich bekommt die AOK pro eingeschriebenen DMP-Patienten 5.200 Euro. Ganze 90 Euro davon fließen allerdings nur in die ärztliche Versorgung. Und die Differenz von 5.110 Euro? Die verbleibt im Topf der sogenannten Gesundheitskasse ...
Warum aber kritisiert der AOK-Chef nicht die brandenburgischen Ärzte? Die Antwort fällt leichter, wenn man sich folgendes Beispiel zu Gemüte führt:
Herr Niebuhr lässt wiederum unter anderem über die Medien verbreiten, dass die AOK den von der Vertreterversammlung der KVBB beschlossenen HVM-Änderungen keinesfalls zustimmen kann. Der Grund: Mit den jetzt beschlossenen Änderungen werde den Hausärzten Geld vorenthalten, was Herr Niebuhr den Hausärzten aus dem Facharzt-Topf zuführen will. Nachzulesen in der ÄrzteZeitung vom 23./24. Juli.
Ist der AOK-Chef tatsächlich so naiv, so unwissend wie er sich hier gibt? Nein, er sagt bewusst die Unwahrheit. Denn wäre er so unbedarft, dann sollte sich die Märkische Gesundheitskasse schnellstens um einen neuen Spitzenvertreter bemühen. Schließlich ist es mittlerweile jedem halbwegs in, der Materie Stehendem bekannt, dass es per Gesetz zwei getrennte Honorartöpfe gibt - einen für Haus- und einen für Fachärzte. Und zwischen diesen beiden Töpfen finden keine Verschiebungen statt! Auch dies ist eine gesetzliche Regelung.
Wenn Herr Niebuhr trotzdem auf seinen Behauptungen besteht, muss er auch dafür einen Grund haben. Und der ist der gleiche wie bei den DMP-Vorwürfen: Die Arbeit des Vorstandes und vor allem seines Vorsitzenden soll diskreditiert werden. Auch der Zeitpunkt für diese verschärften verbalen Attacken ist nicht zufällig. Im Herbst wählt Brandenburgs Vertragsärzteschaft eine neue Vertreterversammlung und einen neuen Vorstand.
Die konsequente Interessenvertretung aller brandenburgischen Vertragsärzte durch den jetzigen Vorstand und seinen Vorsitzenden scheint zumindest dem AOK-Chef ein Dorn im Auge. Deshalb greift er auf das alte Mittel des Teilen und Herrschens zurück und versucht, Unfrieden unter der Vertragsärzteschaft zu sähen.
Nein, Herr Niebuhr, dies wird Ihnen nicht gelingen! Dieses schäbige Spiel ist zu leicht zu durchschauen! Das angebliche Bauchmiezeln unserer hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen gepaart mit der Diffamierung des KV-Vorsitzenden, werden ihr Ziel, wie in der Vergangenheit, nicht erreichen.
Die Ärzte-Union Brandenburg wird dieses Spiel des AOK-Chefs sehr genau verfolgen und auch in Zukunft dafür klare Worte finden.
Dr. med. Bernhard Hausen
Stellvertretender Vorsitzender der Ärzte-Union Brandenburg
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