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Ärzte-Union Brandenburg
Pressemitteilung, 03 / 03
Gesundheitsreform: „Beim Honorar nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!“
Potsdam. Als „Augenwischerei“ und „irreführenden Vergleich wider die Realität“ bezeichnet der stellvertretende Vorsitzende der Ärzte-Union Brandenburg, Dr. Bernhard Hausen, den Vergleich der Honorare von ambulant tätigen Ärzten in Ost und West, wie sie in den Eckpunkten zur Gesundheitsreform veröffentlicht worden sind.
„Die Bundesregierung kann sich nicht hinstellen und sagen, das Einkommen aus ambulanter ärztlicher Tätigkeit betrage im Osten 96 Prozent im Vergleich zum Westen, wenn sie zugleich verschweigt, dass dafür rund 20 Prozent mehr Patienten betreut werden müssen“, sagte Hausen. Dies sei ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Bereits jetzt stießen sehr viele Ärzte an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit.
„Lange Wartezeiten für die Patienten trotz eines 12- bis 14-Stunden-Praxisalltags sind mittlerweile leider typisch für die Situation in Brandenburg.“ Und angesichts der Alterspyramide sowohl bei den Ärzten – über 60 Prozent der Ärzte sind älter als 50 Jahre – als auch bei den Patienten sei eine Entschärfung des Problems nicht in Sicht.
Wenn vor diesem Hintergrund nun die Bundesregierung ankündige, die Finanzmittel für den ambulanten Bereich zu kürzen, wenn die Kassenärztlichen Vereinigungen aufgrund des Ärztemangels den Notdienst nicht mehr in vollem Umfang bewältigen könnten, dann würden jene Ärzte, die unter Aufbietung aller Ressourcen „malochen“ auch noch bestraft. „Ein solches Vorgehen wird dann noch die letzten Interessenten abschrecken, die sich im Osten niederlassen wollen“, sagte Hausen.
Insgesamt jedoch begrüßt die Ärzte-Union Brandenburg die bislang bekannten Punkte der Gesundheitsreform, insbesondere die Erhaltung der ärztlichen Selbstverwaltungsstrukturen. „Denn nur sie sind in der Lage, für die Patienten eine flächendeckende, nach einheitlichen Qualitätskriterien erfolgende Rund-um-die-Uhr-Versorgung zu garantieren“, stellte der Brandenburger Orthopäde fest.
Für die Redaktionen: Ihre Fragen und Interviewwünsche richten Sie bitte an: Dr. Bernhard Hausen, stellvertretender Vorsitzender, Tel.: 03381/800 271 Dr. Werner Hessel, stellvertretender Vorsitzender, Tel.: 03366/215 17
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