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Ärzte-Union Brandenburg sagt Nein zum Hausärztevertrag der BARMER
Potsdam, 18.1.2005. Die Ärzte-Union Brandenburg lehnt den Integrationsvertrag der BARMER als „Gängelung und Bevormundung von Patienten und Ärzten“ ab.
Dr. Werner Hessel, Allgemeinarzt aus Beeskow und stellvertretender Vorsitzender der Ärzte-Union, sagte: "Mir sind die freie Arztwahl und das achtungsvolle, freiwillige Vertrauen in der Arzt-Patient-Beziehung mehr wert als jedwede Art von Gängelung oder Bevormundung durch sonst welche Primärarztmodelle - seien sie auch noch so schön durch Boni wie 30 Euro pro Jahr für den Patienten vergoldet.“
Völlig schleierhaft sei die Bezeichnung dieses Modells als "Integrationsvertrag". „Hier wird nichts integriert. Die sogenannten Hausapotheken dienen lediglich als Feigenblatt.“ Es sei beschämend, wenn einerseits der mündige Patient gepriesen werde, andererseits Zwangsverträge angeboten würden, in denen der Patient sich verpflichten müsse, nur einen bestimmten Hausarzt und nur eine bestimmte Apotheke in Anspruch zu nehmen.
Hessel: „Bei einer wirklichen, wirkungsvollen Integration müssen andere Fachärzte und Krankenhäuser einbezogen werden.“ Doch darum ginge es der BARMER Ersatzkasse nicht. Sie wolle vielmehr über den Begriff der Integrationsversorgung nur jene Finanzmittel ergattern, die dafür vorher den ambulant und stationär tätigen Ärzten aus ihren vertraglich vereinbarten Vergütungen entzogen worden sein.
Hessel verwies darauf, dass die BARMER in ihrer Pressemitteilung vom 22.12.2004 über diesen Vertrag ausdrücklich erwähnt, dass "neue gesetzliche Regelungen die Möglichkeit bieten, die bisherigen Vertragsmonopole, sowohl der Kassenärztlichen Vereinigungen als auch der Verbände der gesetzlichen Krankenkassen zu brechen, die gemeinsam und einheitlich Verträge zu Lasten der Ärzte und Krankenkassen abschließen. Die BARMER demonstriert damit Gestaltungskraft zugunsten ihrer Versicherten".
Hessel kommentierte das mit den Worten: "Anstatt die KV als Garant für die flächendeckende wohnortnahe haus- und fachärztliche ambulante Versorgung zu erhalten, ist dieser Vertrag demnach als Instrument zur Schwächung der KV zu deuten. Das kann die Ärzte-Union Brandenburg als KV-unterstützende Ärzteorganisation nicht akzeptieren."
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