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Aufruf Oranienburg

Aufruf an alle Ärzte im Kreis Oberhavel

Das erste Quartal unter dem neuen EBM2000 hat für viele Ärzte erhebliche Umsatzeinbußen gebracht. Diesmal waren vor allem unsere Fachärzte betroffen, die zwischen 10 und 201/o weniger Honorar erhielten.

Allerdings geht das schon seit Jahren in ähnlicher Weise so und auch Hausärzte waren betroffen.

Wir stellen fest:

Das Maß ist voll: Es fehlt nur noch ein Tropfen, um es zum Überlaufen zu bringen.

Wie der KV-Vorsitzende schreibt, ist jetzt für viele die untere Grenze zur wirtschaftlichen Liquidität erreicht. Erste Informationen über Praxisschließungen bzw. Rückgabe der Zulassung gingen bereits bei der KV Brandenburg ein. Immerhin fehlen pro Quartal 5 Millionen Euro.

Schuld daran haben Gesetzgeber und/oder Krankenkassen:

- Sie sind verantwortlich für die unsägliche Hartz-IV-Regelung, als deren Folge von 42.000 familienversicherten Hertz-IV-Empfängern keine Krankenkassen-Beiträge mehr bezahlt werden. Da deren Kopfpauschalen bei den Honorarverhandlungen unberücksichtigt bleiben, bedeutet dass, dass uns Ärzten die unentgeltliche Behandlung dieser Personengruppe abverlangt wird.

Erhalten die Angestellten der Krankenkassen auch weniger Gehalt?

Was können eigentlich die Brandenburger Ärzte dafür, wenn die Arbeitslosigkeit hier höher ist als in Bayern? Auch Brandenburger Söhne und Töchter sorgen in Bayern für Wohlstand.

Also weg mit den noch immer bestehenden Unterschieden zwischen West- und Ostarzthonoraren (die ostdeutsche Ärzteschaft erhält 30 % weniger Honorar für eine deutliche Mehrarbeit).

- Sie sind verantwortlich für die überbordende Bürokratie in Form von DMP- und Hausarztprogrammen wird dem Formularirrsinn. Aas alles hat Unsummen gekostet. Nur ein Bruchteil davon wird den beteiligten Ärzten für ihre Mehrarbeit zugestanden. Glaubt denn wirklich jemand, die DMPs oder die Hausarztprogramme würden nur eines einzigen Kranken Los verbessern? Glaubt denn wirklich jemand, dass jemals aus den dilettantisch gestalteten zigtausenden Statistikbögen wissenschaftlich-relevante Daten gewonnen werden können? Wer weiß, ob sie überhaupt jemals jemanden interessieren. Die DMPs dienen nur den Kassen als Alibi im Risikostrukturausgleich.. Millionen Euro werden so völlig unnütz verpulvert, - Weg mit DMP-Irrsinn und Hausarztprogrammen.

Die großkotzigen Krankentransportformulare, die pompösen Formulare für häusliche Krankenpflege und für Physiotherapieverdnung dienen keinem anderen Zweck, als uns Ärzte davor abzuschrecken, sie überhaupt auszufüllen.

- Sie sind verantwortlich für die heilige Kuh „Beitragsstabilität um jeden Preis". Das hat seit über 10 Jahren unsere leistungsgerechte Honorierung verhindert: Infolge der gleichzeitigen jährlichen Inflationsrate von 15 % ist es in dieser Zeit netto zu einer Honorarverringerung von 14 % gekommen.

- Sie sind verantwortlich für die Flut unsäglicher Richtlinien, die die ärztliche Tätigkeit immer mehr beschneiden. Ganz abgesehen davon, dass man zeitweise mit dem Lesen der Neuregelungen gar nicht mehr mithalten konnte, sind fast alle mit Kostensteigerungen seitens der Arztpraxen verbunden. Wir fordern daher die Aussetzung des Zwanges zur Praxis-Zertifizierung. Wir fordern auch die Aussetzung der BU-Richtlinien hinsichtlich der Praxisabfälle. Wir fordern den Gesetzgeber auf, die Kosten für die Einführung der Gesundheitskarte nicht auf die Ärzte abzuwälzen. geht auch ohne dieses Ding!

- Sie sind verantwortlich dafür, dass die seit Jahren geforderte Kalkulationssicherheit der Arzthonorare nicht verwirklicht wurde. Das einzige, mit dem Ärzte hierzulande sicher kalkulieren können, sind die regelmäßigen Honorareinbußen. Wir fordern Honorare, die dem ursprünglich kalkulierten Honorarvolumen für den EBM2000plus entsprechen!

Um unseren Frust zu verdeutlichen und unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen wir alle Vertragsärzte auf, in einer Gemeinschaftsaktion am 23.11.05 die Praxen für einen Tag zum Zweck der Weiterbildung oder tzwecks Urlaubs geschlossen zu halten. Bis dahin werden wir die Presse informieren, Notdienste sollten gewährleistet sein (s. u.).

Wer sich diesem Vorschlag aus dem Notdienstbereich Oranienburg anschließen möchte,

möge sich bei Ulrich Boden melden (email oder Tel. (Nummern hier entfernt - ÄUBB)

Email oder Fax oder Telefon „Wir machen mit!" genügt.

(Aus dem Kreis derer werden für Liebenwalde und Leegebruch jeweils eine, für Oranienburg zwei Praxen durch Los ausgewählt werden, die zur Notversorgung offen bleiben sollen.)

Potentielle Mitstreiter aus dem Notdienst-Bereich Löwenberg-Gransee: Bitte rückmelden bei:

Potentielle Mitstreiter aus dem Notdienstbereich Hennigsdorf: Bitte rückmelden bei:

Potentielle Mitstreiter aus dein Notdienstbereich Velten/Oberkrämer; Bitte rückmelden bei:

Ulrich Boden Marianne Zeisler

Oranienburg, den 8.11.05

Motto:

„Heute ist die Praxis geschlossen, damit sie morgen nicht für immer geschlossen wird“

 

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